Hysterische Angst vor der Solarstromvergütung

In der Politik geht es leider nicht immer nur um Fakten, sondern häufig um Meinungen. Wenn die Stromverbraucher irrtümlich GLAUBEN, dass sie durch die Förderung der Solarenergie arm gemacht werden, dann sind sie plötzlich nicht mehr begeistert von dieser Technik.

Gegen diese Hysterie hilft auch nicht der gutgemeinte Vorschlag des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW), die Einspeisevergütung (in selbstmörderischer Weise) noch weiter abzusenken, denn das wird von den Stromverbrauchern sogar eher noch als Bestätigung für ihren Argwohn angesehen – eine Bestätigung dafür, dass die Einspeisevergütung tatsächlich Schuld an den steigenden Strompreisen sei.

Uns kann nur helfen, die Fakten darzustellen, wie sie sind. Und wie sind denn nun die Fakten wirklich?

Die vermehrte Solareinspeisung ist NICHT die Ursache für den Strompreisanstieg.

Aber wie kommt es dann doch zu den höheren Strompreisen? Dazu die folgende Erläuterung:

Es gibt den Strom-Großhandel und den -Einzelhandel (genauer: Verkauf von Strom von den Endkundenversorgern an die Endkunden).

Die Stromgroßhandelspreise werden im Terminhandel und an der Strombörse ermittelt. An der Strombörse führt das erhöhte Angebot an Solarstrom in den verbrauchsstarken Mittagsstunden dazu, dass die Großhandelspreise erheblich sinken.

Doch Endkundenpreise für den Strom aus der Steckdose werden von den Endkundenversorgern gemacht. Die kaufen den Strom zwar billiger als in den Vorjahren im Großhandel ein. Und selbst wenn sie die EEG-Umlage auf die Großhandelspreise aufschlagen, wäre das rechnerische Ergebnis immer noch günstiger als in den Vorjahren.

Aber die Endkundenversorger verkaufen den Stom trotzdem teurer als im Vorjahr an die Endkunden.

Es lebe der Gewinn!

Da es (fast) alle Endkundenversorger so machen, haben die Stromkunden auch keine Möglichkeit, auszuweichen. Von Wettbewerb und freiem Markt kann kaum noch die Rede sein.

Die Endkundenversorger geben nur die gestiegene EEG-Umlage an die Endkunden weiter und verschweigen das Sinken der Groshandelspreise. Sie verschweigen, dass die Erhöhung der EEG-Umlage durch die Absenkung der Großhandelspreise am Stromspotmarkt mehr als ausgeglichen wird.

Einige Zeit schien es so, als wären dies nur die Fantasien des Solarenergie-Fördervereins Deutschland. Doch inzwischen bekommen wir Unterstützung durch den Präsidenten der Bundesnetzagentur, Dr. Matthias Kurth. Der Präsident der Bundesnetzagentur als Wettbewerbshüter auf dem Strommarkt weiß, wovon er spricht.
Er hat in einer Pressemitteilung der Bundesnetzagentur vom 15. Okt. 2010 unsere Aussagen bestätigt. Die Pressemitteilung endet mit den Worten: „Nach unseren Berechnungen müsste der Beschaffungskostenanteil bei den Haushaltskunden 2011 durchschnittlich um etwa einen halben Cent pro Kilowattstunde sinken.“
Auch in einer Anhörung vor dem Bundestag hat Matthias Kurth darauf hingewiesen, dass es lediglich an den Endkundenversorgern liege, wenn sie die Senkung der Stromeinkaufspreise nicht an ihre Kunden weitergeben.

Quelle: http://www.sfv.de/artikel/karikatur_-_hysterische_angst_vor_der_solarstromverguetung.htm

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