PV in Parsberg – Leserbrief von Martin Selch

Dem Bericht im Tagblatt vom 19.09.13 zufolge sollen Photovoltaik- Anlagen (PV), die aktuell auf gemeindeeigenen FFW- Häusern errichtet werden könnten, laut Kämmerer Schmidmeier ohne Strom- Eigenverbrauch unwirtschaftlich sein!
Speziell für die Feuerwehrhäuser in Darshofen, Hörmannsdorf und Herrnried soll dies den Angaben des Kämmerers zufolge so zutreffen.

Wenn man sich schon jahrelang mit der Thematik „Photovoltaik“ intensiv auseinandergesetzt hat und auch mit den aktuellen Preisen und Kosten vertraut ist, muss man sich hier mehrfach die Augen reiben:
Unwirtschaftlich, wirklich unwirtschaftlich soll so eine Investition sein?

Wenn eine PV- Anlage für ein FFW-Haus mit ca. 10 KW/p Leistung (ca. 70 m² Dachfläche) aktuell für ca. 14 000,- Euro zu bekommen ist, in den folgenden 20 Jahren ca. 200 000 KW/h unweltfreundlichen Sonnenstrom produziert, den der Netzbetreiber (auch ohne Eigenverbrauch) insgesamt mit ca. 30 000,- Euro abrechnet und vergütet, dann soll das unwirtschaftlich sein?

Selbst wenn hier von der Differenzsumme in Höhe von ca. 16 000,- Euro noch Unkosten wie Darlehenszinsen (2%) und Versicherung in Abzug zu bringen sind, bleibt hier letztendlich definitiv ein „Plus“ auf dem Konto stehen. Der umweltpolitische Gesichtspunkt, dass so eine PV- Anlage künftig mit dazu beitragen kann,  umweltschädliche Kohle- und gefährliche Atomkraftwerke nach und nach abzuschalten und zu ersetzen, wurde hier noch nicht einmal mit berücksichtigt!

Wie würde unser Kämmerer dann wohl das Projekt „Burgsaal“ einstufen?

Ca. 3 Millionen Euro wurden zurückliegend für dieses Gebäude ausgegeben. Mit den hier zu erwartenden Einnahmen, der Saalmiete,  werden wohl nicht einmal die laufenden Unterhaltkosten wie Strom, Heizung, Wasser, Personal usw. ausgeglichen werden können. Bei einer auch hier angenommenen Fremdfinanzierung zu 100 % (Zinssatz ebenfalls 2%) würden die „roten Zahlen“ innerhalb von 20 Jahren von ca. 3 Millionen Euro auf dann ca. 4,5 Millionen Euro ansteigen!

Von einer Tilgung der ursprünglich vorgenommenen Investitionskosten kann hier, im Gegensatz zu den Photovoltaikanlagen,  absolut nicht die Rede sein, nicht einmal in Bruchstücken!

Betrachtet man die Angelegenheit aus diesem Blickwinkel, sind PV- Anlagen auf Dächern von Feuerwehrhäusern äußerst wirtschaftlich und würden sich zudem positiv auf die Vereinskassen der jeweiligen Feuerwehren/Gebäudenutzer auswirken!

Mit freundlichen Grüssen
Martin Selch

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