öffentlicher Brief: 4 Jahre nach Fukushima: statt Energiewende wird der PV-Markt stranguliert

Hallo Hr MdB Karl, alois.karl@wk2.bundestag.de
CC: Fr. MdB Lanzinger, barbara.lanzinger.wk@bundestag.de

vor einer Woche hatte sich der Solarkreis Neumarkt in Vortrag und Diskussion mit den Randbedingungen der Photovoltaik befasst.
Thomas Seltmann hielt den Vortrag vor allem zu den finanziellen u. steuerlichen Bedingungen.

Die Bundesregierung, die Sie stützen, hat die PV-Branche mit großem Erfolg ausgebremst.
Bereits voriges Jahr wurde nur noch ein Viertel von vor 2 Jahren zugebaut; also 1900MW-Leistung, weniger als im Zielkorridor des letzten EEG2014 mit 2500-3500MW
.
Heuer scheint sich der Zubau nochmal zu Halbieren, so dass die Energiewende im Solarbereich weit hinter den Erwartungen zum stehen kommt.
Die Regierung hat damit diesen hoffungsvollen und zukunftsträchtigen Wirtschaftszweig rundweg versenkt.
Nicht aus Versehen sondern mit vollem Vorsatz.

Mit Verbraucherschutz hat das nichts zu tun. Denn mit der Solarbranche hat man auch die vielen Milliarden versenkt, mit denen Verbraucher den Aufbau dieser Branche finanziert haben. Und wer die EEG-Umlage senken wollte, der hätte nur die Industrierabatte zu reduzieren brauchen.
Gewonnen haben diejenigen, die das EEG schlechtreden. Die Namen sind bekannt:die Altenergieversorger.

Wir forden den Trend umzukehren und den beschleunigten Ausbau der Photovoltaik; insbesondere im Angesicht von Fukushima – so wie Japan es jetzt macht.
Wie der Ausbau beschleunigt wird, weiß die Politik: einfach die Bremsen lösen, die man in den Vergangen Jahren angezogen hatte:
z.B. EEG-Umlage auf Eigenverbrauch abschaffen!
( Historie chaotischer Umgang mit Strom-Eigenverbrauch im EEG:
bis 2009 war Eigenverbrauch nicht möglich;
von 2009-2012 wurde Eigenverbrauch gefördert;
von 2012-2014 war mind. 10% Eigenverbrauch bzw. Eigenvermarktung vorgeschrieben;
seit Aug. 2012 wird auf Eigenverbrauch EEG-Umlage anteilig fällig für Anlagen über 10kWp)

Dieses chaotische Vorgehen der Regierung gipfelt dann in dem Verhalten z.B. von Diskountern bei Neubauten in Berching, die selbst viel Strom dauernd verbrauchen. Dass diese Großverbraucher auf Ihren üppigen Dachflächen keine Photovoltaik mehr installieren. Hier schrillen die Alarmglocken; und alle, die für die Energiewende sich aussprechen, sollen laut und unüberhörbar dies auch tun!

Hr. Karl, wie falsch Sie mit Ihrer Politik gegen die Erneuerbaren Energien liegen belegt noch eine Studie der
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).
http://www.evt.cbi.uni-erlangen.de/aktuelles/Energiestudie.shtml
“Deutschland ohne Erneuerbare Energien? –
Stromkosten und Versorgungssicherheit ohne die Einspeisung Erneuerbarer Energien in den Jahren 2011-2013”
Analysen der Strompreisentwicklung der vergangenen Jahre zeigen Überraschendes: Ohne Strom aus Erneuerbaren Energien wäre es in Deutschland zu erheblichen Preissteigerungen gekommen für alle, auch die Industrie. Und nicht nur das – ohne Wind und Photovoltaik hätte die Nachfrage gar nicht gedeckt werden können!

Hr. Karl, kehren Sie um und unterstützen Sie die Linie Ihres Fraktions-Kollegen Josef Göppel, der sich um eine redliche Energiewende bemüht und der das jetzige EEG abgelehnt hat.
Dies sollte das Vermächtnis von Fukushima sein!
Und das politische Handeln sollte nicht die kurze Halbwertszeit des menschlichen Gedächtnisses v.a. bedienen, denn die Folgen der alten Energiepolitik, der Sie Vorschub leisten, haben eine viel längere Halbwertszeit; Atommüll und Klimawandel!

– mit sonnigen Grüßen
🙂 Josef Neumeyer, stellv. Vorsitzender Förderverein Solar- und Windenergie Neumarkt


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