Zum Leserbrief von Herrn Hans-Jürgen Gerstner zur Marktratsabstimmung Ökostrom oder Normalstrom möchte Peter Zollbrecht noch etwas hinzufügen.

Meines Erachtensging es hier nicht um eine“Chance“, sondern um eine „Pflicht“. So hat es der aus Neumarkt stammende Matthias Kiefer, Umweltbeauftragter der Erzdiözese München-Freising und Sprecher der Diözesan-Umweltbeauftragten in Bayern, bei einer Kolpingveranstaltung in Berg über die „Energiewende aus christlicher Sicht“ formuliert: „Die Energiewende ist eine ethische Pflicht, denn unsere Nachkommen haben keine Alternative“. Die Kirche sowie jeder Gläubige können zur Energiewende ihren Beitrag leisten, dass „auch künftige Generationen noch menschenwürdige Lebensgrundlagen vorfinden“, so seine Aussage.

Wie soll diese Energiewende aber gelingen, wenn unsere Markträte, die sich zum Teil am Sonntag noch hinstellen und ihren Glauben „an den Schöpfer des Himmels und der Erde“ bekennen, für den Normalstrom stimmen, nur weil dieser etwas weniger kostet? Müsste nicht die Bewahrung der Schöpfung, das Leben, mehr wert sein, als der „Mammon“? Haben sich diese Damen und Herren auch übrlegt, dass sie mit diesem „billigeren Normalstrom“ weiterhin den Braunkohleabbau mitfinanzieren, bei dem Menschen ihre Heimat verlassen müssen, weil ihre Dörfer dem Schürfbagger weichen müssen? Und dass sie auch mitverantwortlich sind für das CO2 und die Abgase, die bei der Kohleverbrennung in unsere Atemluft geblasen werden?
Wie können sie es verantworten, dass mit dem Kauf von „günstigeren Normalstrom“ weiterhin hochgiftiger Atommüll erzeugt wird, mit dem die nächsten 2000 Generationen leben müssen? An die Folgen in den Uranabbaugebieten denkt wohl auch keiner, denn das ist ja alles weit weg und nicht in Lauterhofen.

Dass es mit Kohle und Atom für unsere Nachkommen keine Zukunft gibt, wissen unsere Markträte mit Sicherheit. Deshalb frage ich mich, aus welchen Gründen bei dieser „Ökostromabstimmung“, außer den zwei ÖDP-Markträten, alle übrigen Marktratsmitglieder gegen einen im Einklang mit der Natur (Schöpfung) erzeugten Strom gestimmt haben?
Was bedeuten denn die Punkte in ihren Wahlprogrammen von „nachhaltiger Umweltpolitik“(FW) und „regenerative Energien“(SPD) sowie „nachhaltige Energie“(CSU)? Ist das alles Schnee von gestern?

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