Solarverein – keine Angst vor dem E-Auto

NEUMARKT.

Tomi Engel

Tomi Engel

Das Thema ist hochaktuell und der Förderkreis Solarenergie hatte einen kompetenten Referenten eingeladen. Tomi Engel von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) referierte im Neumarkter Johanneszentrum zum Thema „Autos der Zukunft: solare Mobilität.“

Vorstand Rudi Brede konnte einen zahlreiche Besucher begrüßen. Diese zeige auch, so Brede, wie sehr dieses Thema die Bürger interessiere. Tomi Engel ist beim DGS mit seinen über 3000 Mitgliedern für den Bereich „Mobilität“ zuständig. Mit eindrucksvollen Bildern zeigte der Referent den aktuellen technischen Entwicklungsstand auf.

So setzen viele Länder, darunter Dänemark, Israel, Kalifornien, Australien, aber auch China in großem Umfang auf die Einführung von E-Autos. Alleine in China werden künftig ca. 20 Mio. E-Zweiräder pro Jahr gebaut werden. Auch europäische Länder wenden sich verstärkt dieser Technik zu. In London z.B. müssen elektrisch betriebene Lieferfahrzeuge keine Citymaut bezahlen und in Rotterdam dürfen für E-Fahrzeuge die Innenstadt früher zur Belieferung befahren.

In die bestehende Infrastruktur können E-Fahrzeuge gut eingebunden werden. Voraussetzung ist natürlich, dass regenerative Energieträger stärker als bisher genutzt werden. Durch neue Geschäftsmodelle kann es dann durchaus attraktiv sein, das E-Auto z.B. tagsüber an der Arbeitsstelle mit Solarstrom zu betanken. Bereits heute werden oftmals große Solarstromanlagen zur besten Zeit vom Netz abgeregelt, weil zu Spitzenzeiten der Solarstromerzeugung gerade die elektrische Leistung nicht nachgefragt ist.

Mit einem intelligenten Last- und Batteriemanagement können Netzanforderungen und Leistungsnachfrage in Einklang gebracht werden. In einen derartigen Verbund bieten die vielen Batterien in den Fahrzeugen auch einen Leistungspuffer, der in einem Netz der Zukunft stabilisierend wirkt. Hier greifen dann neue pfiffige Geschäftsmodelle, die beim Aufladen der Batterien – ob im Parkhaus oder beim Einkaufen als zusätzliche Dienstleistung abgerufen werden können. Solar- und Windenergie werden hier eine entscheidende Rolle spielen können.

Ängsten, dass eine Motorisierung mit E-Fahrzeugen energiepolitisch nicht zu vertreten sei, trat Tomi Engel klar entgegen. Das Gegenteil sei richtig, so Engel: mit erneuerbarer Energie können Fahrzeuge hocheffizient betrieben werden – und so gleichzeitig das Stromnetz stabilisieren. Auch bieten E-Fahrzeuge einen Anreiz, das Auto praktisch neu zu erfinden. Alle namhaften Automobilhersteller setzen gerade in der jüngsten Krise verstärkt auf diese Technik und wollen dabei auf dem Weltmarkt möglichst bald mit guten Produkten vertreten sein. Hier ist es wichtig, dass die deutsche und europäische Industrie nicht den Anreiz verliere, so Engel.

In der Diskussion drehte sich natürlich alles um die Frage, wie man sich an innovativen Entwicklungen als Konsument direkt beteiligen könne. Hier nannte Tomi Engel die Initiative www.e3-mobil.de. Hier können sich Interessierte direkt als potentielle Kaufinteressenten zeigen und so der E-Auto-Lobby noch mehr öffentliches Gewicht verschaffen.

Hintergrund-Infos:
http://www.dgs.de/solarmobil-hintergrundinfos.0.html

Foliensatz – 105 Seiten, PDF, 7,5 MB

Ürsprüngliche Einladung – mit Video-Hinweis

Johann

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